Die Haltung des Yaks

Yaks sind instinkt- und verhaltensmäßig sehr viel naturnäher als domestizierte Hausrinder. 
Die Yakkühe werden zusammen mit Stieren im Freilauf gehalten und bringen meist jedes Jahr
Nachwuchs zur Welt. 
Rangordnungskämpfe und spielerische Rangeleien zwischen den Jungtieren, den Yak-Stieren und auch 
zwischen den Yak-Kühen sind die Regel. Unter Kühen sind Rangordnungskämpfe häufig heftiger als unter 
den Stieren. Die Hierarchie zwischen den Kühen ist sehr strikt und wechselt selten. Rangniedrigere Yak-Kühe werden von den besseren Futter- oder Liegeplätzen vertrieben und sind dadurch oft scheuer. 
Meistens bleiben diese Kämpfe aber harmlos, es sei denn, es geschieht in der Brunftzeit einer Kuh.


Die Geburt von Yak-Kälbern richtet sich daher nach den Jahreszeiten.

Yakkälber sind bei der Geburt sehr klein und wiegen lediglich 9-10 kg. Erschwert durch das dichte Haarkleid der Kuh ist Trächtigkeit kaum zu erkennen und in ihrem Stadium schwer abzuschätzen. Kurz vor der Geburt verlässt die Mutterkuh die Herde und sucht  sich ein Versteck, in dem eine unbeobachtete Geburt möglich ist. Das neugeborene  Yak- Kalb hat ein dichtes Fell und wird von der Mutter gleich trocken geleckt. Es kann nach ca. 5 Minuten stehen und sucht  dann sofort nach Milch. Das Yak-Kalb bleibt nach Möglichkeit einige Tage in seinem Versteck, obwohl die Mutterkuh das Jungtier gelegentlich für kurze Zeit verlässt um zu Weiden und Trinken .

Die Fürsorge der Yak-Kuh für ihr Kalb ist nichtsdestotrotz sehr ausgeprägt, sie lässt es auch in der Herde selten unbeaufsichtigt. Unter Umständen kann es aber bei neugeborene Kälber sogar zu tödlichen Verletzungen bei der ersten Besichtigung und Beschnupperung durch die Herde von anderen Yaks kommen, da diese zur Klärung der Rangordnung  mit den Hörnern gestoßen werden. Die weite Verteilung von Futterhaufen für jedes Tier der Herde kann hier Abhilfe schaffen.


Neugeborene Yak-Kälber sind sehr scheu und es ist deswegen nötig, Yaks sehr bald nach der Geburt an den Menschen zu gewöhnen. Am besten geschieht dies durch Kraulen und Streicheln. Das ist enorm wichtig, sonst bleiben die Kälber und später auch die erwachsenen Tiere scheu und sind viel schwerer zu handhaben. Nicht handzahme Yak-Kühe können mitunter gefährlich sein, solange sie ein Neugeborenes führen. Im Allgemeinen ist der Umgang mit den Tieren aber einfach, da Yaks gutmütig und ruhig sind.

Yakkalb trinkt bei seiner Mutter, Mutterkuhhaltung
Yak Jungstiere auf der Weide im Waldviertel
Yakkalb

Die Fütterung ist aufgrund der Genügsamkeit des Yaks unproblematisch. Vom Frühjahr bis zum Wintereinbruch ist selten Zufütterung notwendig, auch im Spätherbst nach Frosteinbruch finden Yaks mit bereits braun und dürr gewordenen Gras und Gesträuch das Auskommen. Es ist  eher problematisch, wenn Yaks zu viel junges und proteinreiches Gras zur Verfügung steht. Der in der Regel trockene und geformte Kot verwandelt sich dann schnell in dünne Fladen bis hin zum Durchfall. 


Was Futterpflanzen anbelangt, sind Yaks nicht wählerisch, sie fressen auch Sauer-, Borsten- und Hartgräser und sogar Baumflechten. Auch Sträucher und Gestrüpp können Yaks als vollwertige Nahrung dienen, was außer Ziegen keiner anderen Haustierart möglich ist. Obwohl Hochgebirgsgräser meist kurz und hart sind, hat der Yak damit keine Schwierigkeiten. Eine besondere Ausbildung der Lippen und Zunge ermöglicht es dem Yak, auch Weideflächen zu nutzen, die sonst nur von Ziegen beweidet werden können. Auch seine große Beweglichkeit erweitert die Auswahl der vom Yak beweidbaren Flächen.


Durch die geringe Grasaufnahme pro Mauleinheit und die niedrige Fressgeschwindigkeit müssen Yaks im Sommer etwa 8 - 10 Stunden pro Tag weiden. Bevorzugt  machen sie dies bei uns aufgrund der Temperaturen morgens, abends und während der Nacht, das Wiederkäuern findet nach Möglichkeit in kühleren Tagesunterständen statt. Yaks können zur Not sogar auf schneebedecktem Grasland weiden. Sie bearbeiten mit ihren Hufen die Schneedecke und sind so im Stande , eine bis zu 10 cm hohe Schneedecke mit dem Kopf und den Hufen zu entfernen. Dadurch gelangen Yaks an das darunter liegende Gras und Moos.

Im Winter wird den Yaks Heu gegeben, auch Ballensilage oder Rübenpellets stellen eine Möglichkeit dar. Vorratsfütterung für mehrere Tage ist machbar und es werden dabei  auch die letzten  Futterreste vom Boden penibel aufgelesen. Die Heumenge, die ein Yak täglich benötigt, beträgt etwa 3-4 kg.

Klauenpflege ist nur sehr selten notwendig, auf den Weideflächen befinden sich häufig Felsgruppen, die von den Yaks immer wieder erklettert werden. Dabei brechen zu lange Klauen von selbst ab.
Abgesehen von einer regelmäßigen Entwurmung ist tierärztliche Versorgung selten nötig.

Jungstiere auf der Weide